Phaeton-Handbuch
PV-Überschussladen mit Victron ESS
Warum der PV-Modus einer Wallbox das Auto hinter einem Victron-ESS-Batteriespeicher kaum lädt und wie der Auto-Modus von Phaeton stattdessen mit PV-Überschuss lädt.
Das Problem
Die Sonne scheint und die Wallbox steht im PV-Modus, doch das Auto lädt kaum oder lädt aus dem Batteriespeicher statt aus der Sonne. Hinter einem Victron ESS ist das häufig.
Warum die Wallbox wartet
Der PV-Modus einer Wallbox entscheidet meist anhand eines einzigen Messwerts: der Leistung, die am Zähler ins Netz fließt.
Ein Victron ESS nutzt Solarstrom zuerst für das Haus und lädt dann den Batteriespeicher. Ins Netz fließt erst dann Strom, wenn die Batterie voll ist oder mit maximaler Leistung lädt. Solange die Batterie den Überschuss aufnimmt, zeigt der Zähler kaum oder keine Einspeisung, also wartet die Wallbox weiter.
- HausZuerst verbraucht
- BatteriespeicherDanach geladen
- NetzBekommt den Rest
Überschuss für Phaeton: Batterie und Netz
PV-Modus der Wallbox: nur das Netz
Zwei Regler an einem Netzanschluss
Besitzer berichten auch, dass ESS und Wallbox aufeinander reagieren. Das ESS behandelt ein ladendes Auto als Hausverbrauch und kann es aus der Batterie versorgen. Wenn die Wallbox drosselt, speist der Wechselrichter kurz ein; die Wallbox liest das als Überschuss und lädt wieder schneller.
Was Phaeton tut
Phaeton arbeitet mit Ihrem Victron-System zusammen und stellt den Ladestrom der Wallbox selbst ein, sodass nur ein Regler entscheidet.
- Sein Auto-Modus liest PV-Erzeugung, Hausverbrauch, Netzleistung und den Batteriespeicher aus Ihrem Victron-System und nutzt dieselben zwei Algorithmen wie eine Victron EV Charging Station: Battery-powered und Feed-in.
- Battery-powered beobachtet den Batteriespeicher, nicht nur den Netzzähler. Solarstrom, der in die Batterie fließt, zählt als Überschuss, sodass das Auto schon laden kann, während die Batterie ihn noch aufnimmt.
- Während das Fahrzeug lädt, folgt der Auto-Modus diesem Überschuss, sodass das Fahrzeug Solarstrom bekommt, den sonst der Batteriespeicher aufnehmen würde.
So lädt Battery-powered
Mit den Standardeinstellungen einer Victron EV Charging Station:
- Das Laden beginnt, wenn der Batteriespeicher bei 90% oder mehr steht und sich nicht entlädt, nach dem Hausverbrauch mindestens 100 W Solarleistung übrig bleiben und kaum oder kein Strom aus dem Netz kommt.
- Steht der Batteriespeicher bei 99% oder mehr, kann das Auto auch ohne PV-Überschuss laden, aus der Batterie oder aus dem Netz.
- Das Laden beginnt mit dem Mindeststrom: bei den üblichen 6 A etwa 1,4 kW einphasig oder 4,1 kW dreiphasig.
- Danach erhöht der Auto-Modus den Strom alle 15 Sekunden um 1 A und senkt ihn um 1 A, wenn der Batteriespeicher mehrere Sekunden lang mit mehr als 400 W entladen wird oder das Netz mehr als 400 W liefert. Unter 80% muss der Batteriespeicher weiter mit mindestens 100 W laden, sonst senkt der Auto-Modus den Strom.
- Reicht die Solarleistung für den Mindeststrom nicht, stoppt das Laden nach einer Minute. Ist die Einstellung Use battery or grid power eingeschaltet (Standard bei neuen Installationen), lädt der Auto-Modus bis zu 30 Minuten mit dem Mindeststrom weiter, bevor er stoppt.
- Ohne aktuelle Victron-Daten hält der Auto-Modus den Ladestrom und stoppt das Laden nach zwei Minuten ohne Daten.
Was Sie brauchen
- Ein Victron-System mit einem GX-Gerät. Phaeton läuft auf dem GX oder auf einem anderen ständig eingeschalteten Linux-Computer.
- PV-Erzeugung, die der GX misst: Victron-Solarladeregler oder PV-Wechselrichter, die der GX anzeigt, außer an einem Generatoreingang. Solarleistung, die der GX nicht misst, wird nicht gezählt.
- Ladezustand und Leistung des Batteriespeichers auf dem GX.
- Modbus TCP im GX eingeschaltet, sofern Phaeton sich nicht per MQTT mit dem GX verbindet.
- Die Wallbox so angeschlossen, dass das Victron-System sie als Hausverbrauch zählt, nicht vor dem Netzzähler.
- Eine unterstützte Wallbox, die ihren Strom von einem Energiemanagementsystem übernimmt statt aus ihrem eigenen PV-Modus.
- Der Modus Auto auf der Seite Charging von Phaeton gewählt, mit der Einstellung Auto mode auf Battery-powered oder Controlled by the Victron GX in Settings. Controlled by the Victron GX lädt genauso, bis der GX übernimmt. Feed-in wartet auf Einspeisung ins Netz, ähnlich wie der PV-Modus einer Wallbox.
Was sich je nach Wallbox unterscheidet
Diese Funktionen der Wallbox sind für das PV-Überschussladen wichtig. Die Seite Unterstützte Wallboxen nennt die Grenzen jedes Modells.
- Automatische Umschaltung zwischen ein- und dreiphasig (Alfen, go-e und KEBA), wenn Installation und Wallbox dafür eingerichtet sind und Multiple relay charging eingeschaltet ist, mit Auto mode phase auf One or three phases: Bei kleinerem Überschuss lädt der Auto-Modus einphasig ab etwa 1,4 kW. Ohne diese Funktion braucht dreiphasiges Laden etwa 4,1 kW oder mehr.
- Steuerung über die Cloud des Herstellers (Zaptec): Ein Ausfall der Cloud oder des Internets kann die Steuerung verhindern, auch das Stoppen.